Breast Implant Illness (BII) Sorgen rund um Implantate ernst genommen – ausführliche Aufklärung und individuelle Beratung in der Park-Klinik Birkenwerder nördlich von Berlin.
Liebe Patientinnen, aus gegebenem Anlass möchten wir Sie an dieser Stelle zum Thema „Breast Implant Illness“ (BII) informieren. Derzeit erhalten wir hierzu viele Anfragen von Patientinnen aus der gesamten Bundesrepublik, die sich hilfesuchend an uns wenden.
Was ist BII und wer ist davon betroffen?
Aktuell gibt es keinen eindeutigen medizinischen Nachweis für die Existenz dieses Krankheitsbildes, da der Zusammenhang zwischen den Beschwerden und den Silikonimplantaten noch nicht abschließend geklärt werden konnte.
Nichtsdestotrotz melden sich zunehmend mehr PatientInnen zu Wort mit Beschwerden, welche nach Einsetzen von Silikonimplantaten aufgetreten sind.
Welche Symptome können auftreten?
Insgesamt handelt es sich um unspezifische Beschwerden wie u.a. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Hautausschlag, Übelkeit und Herzrasen. Diese sind nicht allein für das BII reserviert, sondern können mannigfaltige Ursachen haben.
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
In jedem Fall müssen, bevor eine operative Therapie in Erwägung gezogen wird, zunächst verschiedene Untersuchungsmethoden durchgeführt werden, wie Blutuntersuchungen, um andere Ursachen, welche für die Symptome verantwortlich sein können, abzuklären.
Die BII bleibt eine Ausschlussdiagnose. Wurden diese Maßnahmen bereits erfolglos ergriffen, verbleibt oft der große Leidensdruck, welcher die Patientinnen zur operativen Therapie drängt.
Wie wird der Eingriff durchgeführt?
Fallen alle anderen Beschwerden verursachenden Optionen weg, kann die vollständige Entfernung der Silikonimplantate mittels operativen Eingriffes durchgeführt werden. Oft besteht der Wunsch das anschließend fehlende Brustvolumen auszugleichen. Wir bieten unseren Patientinnen die Möglichkeit noch in der selben operativen Sitzung Eigenfett nach dem BEAULI-Verfahren zu transplantieren.
Was bedeutet „en-bloc-Resektion“?
Aus Sorge, dass die Beschwerden weiterhin fortan bestehen könnten, fragen PatientInnen zusätzlich zur Entfernung der Implantate nach der Entfernung der Kapsel, welche sich um das Silikonimplantat gebildet hat. Dieser Sorge liegt häufig die irrtümliche Annahme zugrunde, dass der nach dem Einsetzen der Implantate entstandene Biofilm, welcher für die Beschwerden als mitverantwortlich betrachtet wird, in der Kapsel verbleiben könnte. Tatsache jedoch ist, dass Biofilme lediglich Fremdkörper, in diesem Fall die Silikonimplantate, überziehen, nicht die vom Körper gebildete Kapsel.
Darüber hinaus ist der Volumenverlust durch diesen radikaleren Eingriff nicht zu vernachlässigen, sodass die Brust kleiner als zuvor wird. Aufgrund der großen Wundfläche wird zusätzlich, falls gewünscht, die Einheilungsrate des Eigenfetts erheblich reduziert. Angesichts der Tatsache, dass die Kapsel nach Entnahme der Implantate vom Körper resorbiert wird, erscheint die en-bloc-Maßnahme daher nicht notwendig. Besteht seitens der PatientInnen auch nach dieser Kenntnis weiterhin der Wunsch zu diesem Vorgehen, kann dieser Eingriff selbstverständlich durchgeführt werden.
Warum kapselt der Körper Implantate ab und wie entsteht eine Kapsel um Implantate?
Wie sieht die Prognose aus?
Handelt es sich um eine BII, wird sich nach der Entfernung der Silikonimplantate eine Besserung bis hin zum vollständigen Abklingen der Symptome zeigen. Da es sich bei den Symptomen jedoch um unspezifische Beschwerden handelt und diese auch bei PatientInnen ohne Silikonimplantaten auftreten können, besteht die Möglichkeit, dass die Beschwerden auch nach dem Eingriff weiterhin verbleiben. Aktuell ist es nicht möglich dies bereits vor einer operativen Entfernung einzuschätzen.
Interview mit Dr. med. Klaus Ueberreiter zum Thema Kapsel, Biofilm, Silikon und Breas Implant Illness
Frage: Was ist eine Kapsel?
Antwort: „Die Kapsel um das Implantat ist die oberste Schicht, die sich bildet, um die offene Wunde zu schliessen, in die das Implantat eingebracht wird. Das ist keine eigene Substanz, sondern körpereigenes Gewebe und bildet die Grenzschicht in Richtung Implantat. Alle Implantate werden von so einer Grenzschicht eingehüllt. Nur wenn diese aus irgendeinem Grund dicker wird oder zusammenschrumpft, können sich die Implantate deformieren. „
Frage: Kann die Kapsel Gifte und Schwermetalle anreichern?
Antwort: „Wo sollten denn Schwermetalle herkommen? Aus den Implantaten kommen keine Schwermetalle raus, das ist reines Silikon. Auch von der Herstellung können keine Schwermetalle als Restbestände zurückbleiben. Die Behauptung ist haltlos und macht Betroffenen Angst. Noch einmal, die Kapsel ist ein körpereigenes Gewebe und keine fremde Substanz, die etwas anreichert.
Das gesamte Interview mit Dr. Med. Klaus Ueberreiter können Sie sich unter folgendem Link als PDF herunterladen:
Neueste Studienergebnisse zu dem Thema Kapsel bei Breast Implant Illness
ISAPS Statement zu Breast Implantatentfernung und Kapsulektomie
Weltweit hat die Nachfrage nach Entfernung von Brustimplantaten zugenommen, weil betroffene Patientinnen über verschiedene Symptome klagen, die sie mit ihren Implantaten in Zusammenhang sehen.
Seit kurzem ist im Aufklärungsbogen vor Implantatchirurgie folgender Text verpflichtend zu vermerken:
„Von Patientinnen, welche Silikonimplantate erhielten, wurden eine Vielzahl von systemischen Symptomen angegeben:
Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen und-schwäche, Verwirrtheit, chronische Müdigkeit, Autoimmunerkrankung und andere. Noch sind individuelle Prädispositionsfaktoren nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Einige Patientinnen berichten über völlige Beschwerdefreiheit nach ersatzloser Entfernung der Implantate.“
Manche Patientinnen, welche die oben beschriebenen Symptome entwickelt haben, verlangen Implantat- und Kapselentfernung „en bloc“. Ihre Sorge ist, dass Toxine des Implantats, z.B. Schwermetalle wie Platin, Silikonabrieb, Bakterien, Pilze und anderes in der Kapsel verbleiben und auch nach Implantatentnahme für eine weitere Gesundheitsschädigung sorgen könnten. Aus diesem Grund suchen sie sogenannte „Explantationsexperten“ auf, die eine komplette en bloc Entfernung garantieren. Diese selbsternannten „Experten“ vermarkten dies auf ihren social media Kanälen.
Das gesamte ISAPS Statement zu Breast Implantatentfernung und Kapsulektomie können Sie sich unter folgenden Links herunterladen:
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